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Freude am Erkennen
Zitate aus Texten von Friedrich Engels |
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Engels, Friedrich
Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen
geschrieben etwa im Juni 1876
z. B. zu finden in:
Marx / Engels Werke (MEW) Band 20,
Dietz Verlag Berlin, 1956ff,
S. 444ff
und in
Marx/Engels Werke in sechs Bänden (MEAW), Band V,
Dietz Verlag Berlin 1970ff,
S. 377 - 391
Ich beziehe mich bei den folgenden Zitaten auf die Ausgabe MEAW, Band V, S. 377 - 391
Auf diese Arbeit von F. Engels habe ich von der Seite "Sprache" verwiesen: es geht um den Zusammenhang von Sprache und Denken, wobei F. Engels einen Aspekt der Entwicklung von Sprache und Denken besondes betont: die gemeinschaftliche Arbeit einer Gruppe verlangt nach Informationsaustausch.
Die Zwischenüberschriften links vom Text sind von mir eingefügt, Hervorhebungen im Text sind ebenfalls von mir. B. K.
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| S. 380 |
"Die mit der Ausbildung der Hand, mit der Arbeit, beginnende Herrschaft über die Natur erweiterte bei jedem neuen Fortschritt den Gesichtskreis des Menschen. An den Naturgegenständen entdeckte er fortwährend neue, bisher unbekannte Eigenschaften. Andrerseits trug die Ausbildung der Arbeit notwendigerweise dazu bei, die Gesellschaftsmitglieder näher aneinanderzuschließen, indem sie die Fälle gegenseitiger Unterstützung, gemeinsamen Zusammenwirkens vermehrte und das Bewußtsein von der Nützlichkeit dieses Zusammenwirkens für jeden einzelnen klärte. Kurz, die werdenden Menschen kamen dahin, daß sie einander etwas zu sagen hatten. Das Bedürfnis schuf sich ein Organ: Der unentwickelte Kehlkopf des Affen bildete sich langsam aber sicher um ... und die Organe des Mundes lernten allmählich einen artikulierten Buchstaben nach dem anderen auszusprechen.
Daß diese Erklärung der Entstehung der Sprache aus und mit der Arbeit die einzig richtige ist, beweist der Vergleich mit den Tieren. Das wenige, was diese, selbst die höherentwickelten, einander mitzuteilen haben, können sie einander auch ohne artikulierte Sprache mitteilen. Im Naturzustand fühlt kein Tier es als Mangel, nicht sprechen oder menschliche Sprache nicht verstehen zu können. Ganz anders, wenn es durch Menschen gezähmt ist. Der Hund und das Pferd haben im Umgang mit Menschen ein so gutes Ohr für artikulierte Sprache erhalten, daß sie jede Sprache leicht soweit verstehen lernen, wie ihr Vorstellungskreis reicht." |
(kursive Hervorhebung ist original im Text) |
Arbeit zuerst und dann die Sprache - so hat sich das Gehirn entwickelt
S. 381 |
"Arbeit zuerst, nach und und dann mit ihr die Sprache - das sind die beiden wesentlichsten Antriebe, unter deren Einfluß das Gehirn eines Affen in das bei aller Ähnlichkeit weit größere und vollkommenere eines Menschen allmählich übergegangen ist. Mit der Fortbildung des Gehirns aber ging Hand in Hand die Fortbildung seiner nächsten Werkzeuge, der Sinnesorgane. Wie schon die Sprache in ihrer allmählichen Ausbildung notwendig begleitet wird von einer entsprechenden Verfeinerung des Gehörorgans, so die Ausbildung des Gehirns überhaupt von der der sämtlichen Sinne. Der Adler sieht viel weiter als der Mensch, aber des Menschen Auge sieht viel mehr an den Dingen als das des Adlers. ... Und der Tastsinn, der beim Affen kaum in seinen rohen Anfängen existiert, ist erst mit der Menschenhand selbst, durch die Arbeit, herausgebildet worden." |
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Menschwerdung und Planmäßigkeit der Handlungen
S. 386 |
"Je mehr die Menschen sich aber vom Tier entfernen, desto mehr nimmt ihre Einwirkung auf die Natur den Charakter vorbedachter, planmäßiger, auf bestimmte, vorher bekannte Ziele gerichteter Handlungen an. ...
Planmäßige Handlungsweise existiert im Keime schon überall, wo Protoplasma, lebendiges Eiweiß existiert und reagiert, d. h. bestimmte, wenn auch noch so einfache Bewegungen als Folge bestimmter Reize von außern vollzieht. ...." |
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die intellektuelle Entwicklung des Individuums und der Wille des Menschen
(S. 387) |
"Denn wie die Entwicklungsgeschichte des menschlichen Keimes im Mutterleibe nur eine abgekürzte Wiederholung der millionenjährigen körperlichen Entwicklungsgeschichte unserer tierischen Vorfahren, vom Wurm angefangen, darstellt, so ist die geistige Entwicklung des menschlichen
Kindes eine, nur noch mehr abgekürzte, Wiederholung der intellektuellen Entwicklung derselben Vorfahren, wenigstens der späteren. Aber alle planmäßige Aktion aller Tiere hat es nicht fertiggebracht, der Erde den Stempel ihres Willens aufzudrücken. Dazu gehörte der Mensch." |
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Mensch und Natur (S. 387) |
"Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unsern menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben." |
Zur Erinnerung: Das hat er im Jahr 1876 geschrieben! Er war also einer der ersten "Grünen". |
Die Aufgabe der Natur-Wissenschaft (S. 388) |
"Und in der Tat lernen wir mit jedem Tag ihre Gesetze richtiger verstehen und die näheren und entfernteren Nachwirkungen unsrer Eingriffe in den herkömmlichen Gang der Natur erkennen. Namentlich seit den gewaltigen Fortschritten der Naturwissenschaft in diesem Jahrhundert werden wir mehr und mehr in den Stand gesetzt, auch die entfernteren natürlichen Nachwirkungen wenigstens unserer gewöhnlichsten Produktionshandlungen kennen und damit beherrschen zu lernen. Je mehr dies aber geschieht, desto mehr werden sich die Menschen wieder als Eins mit der Natur nicht nur fühlen, sondern auch wissen, und je unmöglicher wird jene widersinnige und widernatürliche Vorstellung von einem Gegensatz zwischen Geist und Materie, Mensch und Natur, Seele und Leib, wie sie seit dem Verfall des klassischen Altertums in Europa aufgekommen und im Christentum ihre höchste Ausbildung erhalten hat." |
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