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Freude am Erkennen - das Denken als schönstes Vergnügen
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Sprache
 

1. Babel ...
Die Frage nach der Ursprache und der Vielzahl der Sprachen heute
2. .... oder Affe und Mensch
Wie und warum die Menschheit diese hochkomplexe Sprache   entwickelt hat - welchen Anteil hat die Arbeit an der Entwicklung der Sprache?
3. Was ist Sprache?
keine wissenschaftliche Abhandlung, nur eine kleine Einführung und die Frage, ob eine Weltsprache nicht eine Zeichensprache sein sollte,
4. Wort und Bedeutung 
     Nebenbei geht es um die "Plapperer", um Leute, die Schindluder mit der Sprache betreiben und so gern Worthülsen verwenden ...
5. Doppel-Deutigkeiten
Wie Wörter gleichzeitig das Gegenteil sagen, Wort und Gegenwort, Anti-Wörter usw.
(in Arbeit)
6. Mißverständnisse und Begriffs-Wirrwarr
Wenn zwei das gleiche sagen, müssen sie noch lange nicht das gleiche meinen -  über Wortbedeutung, Mehrdeutigkeiten,  warum man Gesetze "nach Buchstaben und  Geist"  befolgen soll u. v. a. m.
Wie die Unklarheit von Begriffe selbst in der Physik zu Wirrwarr und sinnlosen Diskussionen führt
(geplant)


1. Babel ....
    Damit hat es wohl angefangen: daß sich die  (Ur-)Sprache der Menschen entwickelte und differenzierte. Schließlich war die eine Sprache nicht mehr erkennbar in den vielen, die scheinbar nichts mehr miteinander zu tun hatten.    In der Bibel ist es das Werk Gottes. Dort gibt es auch eine Begründung für diese göttliche Entscheidung:
    Die Menschen waren in ihren technischen Möglichkeiten ihrer moralischen Entwicklung vorausgeeilt. Sie hatten sich dem "Machbarkeitswahn" ergeben und wollten diesen Turm bauen, um Gott gleich zu sein. Dem wird ja nachgesagt, daß ihm "nichts unmöglich" sei, und so wollten auch sie, die kleinen Menschlein, "alles mögliche", was zwei verschiedene Dinge sind - ein Paradebeispiel des Sprach-Problems der doppelten Verneinung. Doch Gott wollte die Menschen vor sich selbst beschützen, so kam er auf diese Idee der Vielsprachigkeit. Dieser Akt wird zwar in der Christenlehre als  Strafe dargestellt, doch diese Interpretation ist fragwürdig im Kontext der Gott-Mensch-Beziehungen insgesamt.
Babel - das Wort hängt  offenbar auch zusammen mit dem deutschen Wort "babbeln" für unverständliches Zeug reden.
 
  "Gott sprach:  Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
Wohlauf, laßt uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, daß keines des anderen Sprache verstehe!"


   Bemerkenswert an dieser Aussage ist die Kopplung der Fähigkeit unbeschränkten Handelns an die einheitliche Sprache - der Zusammenhang von Arbeit und Sprache.
Zitat aus der Bibel, 1. Buch Mose, Kapitel 11, Vers 6 und 7
in der offiziellen  Luther-Übersetzung
Es gibt auch Versionen in denen statt des "verwehrt werden können" übersetzt wird mit "wird ihnen nichts mehr unmöglich sein zu tun, was sich sich auch vornehmen mögen" oder ähnliche.
2. ... oder Affe und Mensch
      Auch auf der "anderen", der materialistischen Seite wird die Sprachenstehung an die Arbeit gekoppelt, an das Gruppenleben der Affen mit beginnender Werkzeugnutzung und Arbeitsteilung.
    Sehr beeindruckend fand ich als Kind in diesem Zusammenhang einen kleinen Text von Friedrich Engels: "Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des  Affen", in dem auch auf die Sprachentwicklung eingegangen wird: aus der Notwendigkeit des Koordinierens gemeinsamer  Arbeiten ergab sich mit der Vervollkommnung der Arbeitstechniken (Werkzeug,...) die Notwendigkeit der Erweiterung der Kommunikation über die bereits den Tieren gegebenen Möglichkeiten des Signal- bzw. Informationsaustausches hinaus.
      Es gibt natürlich noch viel mehr Theorien und gute Erklärungen zur Herausbildung der Sprache.   Der Aspekt der Arbeit ist sicher nur einer unter vielen.
Engels, F. - zur Quellenangabe siehe Quellen
Einige Zitate aus dieser kleinen Arbeit Friedrich Engels sind zu finden in:Engels, F.
3. Was ist  Sprache?

       Die Definition entscheidet sehr viel.  Es gibt viele Definitionen, im engeren und weiteren Sinne Sprache zu beschreiben.  Einheitlich an allen Auffassungen ist, daß Sprache  Kommunikationsmöglichkeit ist, jede Art von Informationsaustausch zwischen Individuen bzw. Systemen (Sender-Empfänger-Prinzip), die im allgemeinen vereinbarte Zeichen, aber auch angeborene Signalelemente einschließt. Gehört lächeln zur Sprache? Gehört schreien zur Sprache oder das Wort "aua" ? - Sie sehen, wo Sprache beginnt, ist gar nicht so leicht zu definieren! Alle Zeichen, auch rein optische,   können der Kommunikation dienen. Ein Verkehrsschild: ist das nun  ein optisches Sprachelement  (ein optisches Zeichen für ein Wort) oder ein Bild? Ja, Bildersprache gehört auch zur Sprache. Inzwischen billigt man sogar Tieren zu, daß ihr Informationsaustausch als  "Sprache" bezeichnet werden kann. Es gibt Körpersprache, Mimik und Gestik als Sprachelemente. Wenn Winnetou die Fährten "liest", erkennt er auch die "Bedeutung dieser Zeichen".
    Ich denke,  die wichtigsten, in allen  Sprachen auftretenden  Elemente sind: :
Sender und Empfänger, Signale, Zeichen  und deren Bedeutung, ein Informationsaustausch ( = "Kommunikation").
    Eines dürfte jedoch klar sein: Sprache ist nicht nur ein akustisches Phänomen.
    Jede Sprache hat ihre Besonderheiten. Eine Bekannte sagte einmal: Man muß die lateinische Sprache lernen, wenn man logisch denken lernen will.
    Andere sprachliche Besonderheiten einzelner Sprachen halte ich für so wichtig, daß sie in erkenntnistheoretischer Hinsicht stärker beachtet werden sollen. Hier nur ein Beispiel: in einer  Sprache gibt es zwischen dem Singular und dem Plural noch einen sogenannten "Dual" , die Zweierform. Welche wunderbaren Gedanken kann man in dieser Sprache denken, die uns so unwahrscheinlich schwer fallen mit unserer formalen Logik!
     Erinnert sei an die Sprache "Mathematik". Viele Menschen sind äußerst verblüfft bzw. lehnen diese Bemerkung rundweg ab: Daß Mathematik ebenfalls "nur" eine besonderes Sprache ist.

      Ein Gedanke beschäftigt mich schon seit langem, seitdem ich ein wenig über Zeichensprache gehört hatte:

 
 
    Wieso bemüht man sich nicht,  eine für alle Menschen  lernbare einheitliche, elementare Zeichensprache  zu entwickeln, mit der man sich überall in der Welt in Alltags- und Notsituationen verständlich machen kann, auch ohne die Wort-Sprache des anderen zu verstehen?
 
    Es würden doch ca. 200 - 1000 "Wörter" genügen: z. B. Ich brauche Hilfe. Ich habe Hunger. Wo finde ich ein Telefon? Ich bin krank. Wo geht es hier zu ...? Danke. Bitte. Entschuldigung. Oh, das ist ein Mißverständnis. ....
    Auch für Autofahrer wäre eine erweiterte Zeichensprache  (eine, die über "Du Vollidiot"" hinausgeht) nützlich: Vorsicht,  Radarfalle. Achtung, dein rechtes Blinklicht ist kaputt. ....
 
4. Wort und Bedeutung
     Als erstes biete ich einige Frage an:
Haben "Spirale" und "Spiritualität" etwas gemeinsam?
Was bedeuten die Wörter "Element" und "Pyramide" wörtlich? Warum wird ihre ursprüngliche  Bedeutung in den meisten entsprechenden Nachschlagewerken verschwiegen?
Wenn Sie das Wort "frouwe / frouwen" lesen - ist es eine frühere (ahd.) Form von "Freude / freuen " oder von "Frau"?

    Ein Randkapitel   der Beziehung von Wort und Bedeutung berührt das Phänomen, daß Menschen ziemlich hemmungslos mit sogenannten "Worthülsen" um sich werfen: Worte, die sie aufgeschnappt haben, von denen sie aber so gut wie nichts wissen. Ich nenne diese Sorte von Mensch, die sich durch die  Fähigkeit zur Wichtigtuerei, durch Geltungsdrang und aggressiven Sprachgebrauch auszeichnen, die "Plapperer".
Was dieses "frouwe" und "frouwen" betrifft und  ihre tatsächliche Bedeutung, empfehle ich einen Blick in den Duden Band 7, das Herkunfts-Wörterbuch.
Es wird überraschen zu sehen, daß die Sprach-wissenschaftler keinen Zusammenhang  zwischen dem Wort "Frau" und dem Wort "Freude" sehen, trotz der gleichen Herkunft. Das "Frauenhaus" war das "Freudennhaus" in den Kulturen, als es noch getrennte Frauen- und Männerhäuser gab.
5. Doppel-Deutigkeiten
   Einige interessante Beispiele  für die Bedeutung von Worten in ihrer Widersprüchlichkeit, Gegensätzlichkeit und Doppeldeutigkeit will ich hier vorstellen:

Ausgang:
Das Wort bezeichnet im Alltag als Gegenstück zum "Eingang" eine Möglichkeit, einen Raum zu verlassen. Auch ist, wenn etwas "einen guten Ausgang" hatte, das Ende eines Vorganges gemeint. Doch andersherum meint dieses Wort genau den Anfang eines zeitlichen Ablaufes, den Ausgang, den Beginn. "Was war der Ausgangspunkt unserer Überlegungen?" ist die Frage nach dem Anfang. Mit anderen Worten -  das Wort "Ausgang" bezeichnet Start und Ziel, Anfang und Ende in einem.

Worte, die durch kleine Lautverschiebungen oder einzelne Buchstaben-Vorsätze ins Gegenteil verkehrt werden, wie z. B.:
       Stimme und Stumme
       kein und ein

Amok und Koma
Dieses Palindrom wirkt eigenartig. Vorwärts und rückwärts gelesen ergeben sich geradezu entgegengesetzte Bedeutungen. Das mag Zufall sein.

Glaube:
Die Vieldeutigkeit dieses Begriffes ist diskussionswert:
1. im Sinne eines religiösen Bekenntnisses,
2. im alltäglichen Sprachgebrauch als gleichbedeutend mit "nicht wissen"
3. ganz allgemein im Sinne "etwas für möglich halten".  Diese Art von Glauben ist eng an den Begriff der Hoffnung geknüpft: wenn ich eine menschenwürdige, friedliche Zukunft für möglich halte, wenn ich glaube, sie sei realisierbar, dann hoffe ich natürlich auch, daß es gelingt, eine solche Zukunft zu realisieren.
4. im Sinne des Vertrauens gegenüber einem anderen Menschen: "Ich glaube dir" meint: ich vertraue dir, daß das, was du sagst, wahr ist.
5. Selbst die Mathematik hat eine Darstellung gefunden, nicht sicheres, doch für möglich gehaltenes (Wissen) zu beschreiben: mittels Wahrscheinlichkeitsrechnung.  Wenn man etwas für möglich hält, dann "glaubt" man, daß es möglich ist. Wenn man etwas nicht für möglich hält, "glaubt man nicht daran". Wahrscheinlichkeitsrechnung muß also als ersten Akt erst einmal erkennen können, was möglich ist. Könnte es sein, daß das subjektiv ist und Wahrscheinlichkeitsrechnung so zu einer "Glaubenslehre" wird?
 
6. Miß.-Verständnisse und Begriffs-Wirrwarr
    Wie viele Mißverständnisse geschehen allein dadurch, daß nicht  gefragt wird, welche Bedeutung jemand mit einem Wort verbindet.

    Es hat sich eingebürgert, Gesetzes- und Vertragstexte vorsichtshalber so zu formulieren: "nach Buchstaben und Geist" - in der Hoffnung, Mißverständnisse so ein wenig einschränken zu können.

    Wenn ich einen anderen Menschen verstehen will, muß ich zuerst erkennen können, welche Bedeutung  er (nicht ich!) einem Wort oder einem Satz beimißt. Zuhören lernen heißt also lernen, sich in den anderen hineinzuversetzen. Das ist nicht nur schwer, das ist auch oft schmerzhaft, vor allem dann, wenn einem nicht "gleiches mit gleichem" vergolten wird, wenn einem etwas ganz anderes unterstellt wird, als man gemeint hat. Sich in den anderen hineinversetzen ist eine Fähigkeit, die leider heute wenig trainiert wird. Sie ist jedoch für das Erkennen unabdingbar. Mit Hilfe des Erkennens, wie der andere ist, kann ich auch mich selbst besser erkennen: "Mensch, erkenne dich selbst." heißt auch: erkenne dich im anderen, erkenne das euch gemeinsame und das verschiedene.
 
www.freude-am-erkennen.de / Denken  / Sprache    -   08. 03. 2008 Sitemap
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