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Freude am Erkennen
Das Wissen als bester Reichtum |
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"Die Leute, die versuchen,
alles zu verstehen,
das sind die,
die durchfallen."
sagte eine Medizinstudentin
im ARD-Quiz mit Jörg Pilawa
am 10. 5. 2006,
als sich das Gesprächsthema um Prüfungen beim Studium dreht
Heutzutage werden wir mit Wissensabfragen auf allen Gebieten konfrontiert, egal, ob in der Quiz-Show oder Geographie-Klassenarbeit, ob als Aldi-Kassiererin, die die Preise oder Kenn-Nummern der Produkte im Kopf haben muß, oder als Börsenmakler, der die Kurse beobachten und ständig "auf dem neuesten Stand" sein muß. Wir werden mit Informationen zugeschüttet: die Werbung im Fernsehen, an den Straßenrändern, in Zeitungsbeilagen, die "Neben-Informationen" auf Webseiten - überall sind laufend neue Zeichen wahrzunehmen. Die sich ständig ändernden Gesetze, Vorschriften und Verordnungen verlangen, daß der "mündige" Bürger sich schnell und effektiv mit Fakten vollstopft. Wer viel dieser Fakten im Kopf hat, gilt als klug, denn er "weiß viel".
Doch wie überall, wo Quantität die Qualität nicht ersetzt, erhebt sich auch hier die Frage, welches Wissen "gut und richtig" ist. Gibt es auch "schlechtes" Wissen?
Die Frage nach dem "Fremdwissen" und "Eigenwissen" muß ebenso gestellt werden wie die Frage danach, welchen Sinn der Wissenserwerb für mich hat: Welches Wissen benötige ich für mein Leben, welches Wissen ist Ballast und unnötig? Welches Wissen kann ich (wieder) vergessen, welchen Rolle spielt das "Vergessen-Können" für einen effektiven Erkenntnisprozeß?
Ich will auch fragen, wie die Beziehung zwischen
Wissen und Erkennen ist: denn Wissen ist sicher auf der einen Seite das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses, andererseits ist es jedoch Voraussetzung, überhaupt etwas erkennen zu können: z. B. kann ich nur lesen, wenn ich weiß, was die Buchstaben bedeuten. Ich muß also lesen lernen, um mir Wissen, das schriftlich niedergelegt ist, selbst aneignen zu können - ohne fremde Hilfe.
Teil dieses Themas ist die Frage nach der Zukunft der Wissenschaft. Angesichts zunehmenden Irrationalismus bzw. immer offener auftretender Wissenschaftsfeindlichkeit auf der einen Seite, ungebrochener und (selbst-)kritikunfähiger Wissenschaftsgläubigkeit auf der anderen Seite und letztendlich auf der dritten Seite gefährlichen, weil (selbst-) zerstörerischen Mißbrauchs von Wissenschaft und Technik aus Macht- und Geldgier ist diese Frage von höchster aktueller Brisanz.
Ich erlaube mir, mit einem "Konzept einer heiteren Wissenschaft" ein Diskussionsangebot für die Zukunft der Wissenschaft zu unterbreiten.
weiterführende |
| erste Betrachtungen über das Thema "Wissen": |
Seiten: |
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1. Platon und Voltaire: Über die, die glauben zu wissen, aber nichts wissen |
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2. Erinnern und Vergessen: Wissen ist die Summe aus Lernen und Vergessen - woran wir uns erinnern und warum wir vergessen |
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3. Dummheit und Aufklärung: Macht Wissen Menschen besser? |
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4. Dazulernen oder Umlernen? - Warum es so schwer ist, altes Wissen aufzugeben und neues Wissen zu akzeptieren |
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5. Was ist Wissen? Was ist Information? - Wir werden in dieser Informationsgesellschaft mit Informationen zugeschüttet - werden wir dadurch klüger? (geplant) |
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6. Savants - die "Wissenden"? Sie speichern unvorstellbare Mengen an Informationen |
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7. Konfuzius : Die Erfahrung, wie Fremdwissen zu eigenem Wissen wird |
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8. Geheimes Wissen? : Warum Wissende sich schützen müssen ... |
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9. Wissen ist Macht?: Dieser berühmt-berüchtigte Ausspruch Francis Bacons, der eine Art Qualitätssprung in der Haltung zum Wissen andeutete, ist "typisch männlich" gedacht |
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10. Wissen ist Beziehung: Der Versuch einer "weiblichen" Alternativ-These |
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11. Wissen und Weisheit : Wissen ist abstrakt, Weisheit ist ohne Güte nicht denkbar |
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12. Fremdwissen |
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13. eigenes Wissen |
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14. eidetisches Wissen - oder "Das habe ich doch schon immer gewußt." |
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15. "Neues Elementarteilchen entdeckt" - Ist die Welt, was wir über sie wissen? |
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| 1. Platon und Voltaire |
Platon läßt in "Phaidros" Sokrates bezüglich der Rolle von Schrift und Buch sagen:
„Deine Menschen werden jetzt viel, sehr viel lernen, aber alles ohne zugleich darüber eigentlich belehrt zu werden; die Menschen werden dir jetzt viel zu wissen meinen, während sie nichts, nichts wissen.“
Voltaire sagte in seinem Wörterbuch "Abbe Beichtskind Cartesian":
"Sie waren sicher und irrten sich doch."
Von ihm ist auch dieser Satz:
"Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie noch weniger wissen, in Menschen hinein, von denen sie gar nichts wissen." |
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| 2. Erinnern und Vergessen |
Wissen sei die Differenz zwischen dem Gelernten und dem Vergessenen.
Was ist der Unterschied zwischen einem guten und einem langen Gedächtnis?
Ist "sich erinnern können" das gleiche wie "wissen"?
Die "Gnade des Vergessens" - warum wird sie so betont? Warum klagen Menschen, "nicht vergessen" zu können?
Wenn man sich dem Rätsel "Wissen" nähern will, muß man sich auch mit dem Erinnern und Vergessen beschäftigen. |
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| 3. Dummheit und Aufklärung |
Vor mehr als 30 Jahren sah ich einen polnischen Kinofilm über Kopernikus. Eine erschütternde Szene ist mir im Gedächtnis geblieben:
Kopernikus will mit seinem Bruder zusammen seinen ehemaligen Lehrer, einen Juden, besuchen. Sie kommen mitten in ein Pogrom. Der Lehrer ist tot,vom Mob erschlagen. Wütend und verzweifelt verflucht Kopernikus die Menschen. Da sagt sein Bruder (sinngemäß):
"Nicht die Menschen sind schuld, sondern die Dummheit."
Die sogenannte "Aufklärung" sollte helfen, die aus Dummheit resultierenden Fehler und Verbrechen zu verhindern. Ihr Erfolg ist nicht erkennbar. Der Schrei nach einer neuen Aufklärung geht einher mit einer anderne furchtbaren These:
"Menschen lernen nie, sie müssen erst im Elend stecken, eine furchtbare Kathastrophe erleben, ehe sie anfangen nachzudenken." |
Warum werden solche nachdenkenswerten Filme heute fast überhaupt nicht mehr gezeigt?
Es gibt so etwas wie eine "Arroganz der Dummheit".
Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. |
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| 4. Dazulernen oder Umlernen ? |
Sich Wissen anzueignen ist eine Prägung ähnlich dem Drucken auf Papier oder dem Prägen von Münzen: ist das Papier oder Metall erst einmal "geprägt", ist diese Prägung meist nicht mehr korrigierbar.
Offenbar funktionieren die meisten menschlichen Gehirne ebenso. Es ist noch immer außerordentlich schwierig, Wissen, das einmal als "wahr" erkannt wurde, zu überprüfen und ggf. als "falsch" oder "unzureichend" zu erkennen und sich mit "neuem Wissen" und "neuem Denken" zu beschäftigen.
Genügte es in der Vergangenheit, sich ein Standardwissen "fürs Leben" anzueignen, "explodiert" das Wissen heutzutage in einem atemberaubendem Tempo.
Doch zwischen Wissenanhäufen und "Umlernen" ist ein himmelweiter Unterschied:
Die Geschichte zeigt es: Noch so viel Wissen über die "Erdscheibe" genügte nicht, das "Kugelmodell" der Erde zu begreifen. Da es das vorhandene Wissen (fast) wertlos machte, ist es verständlich, daß es von vielen Menschen bekämpft wurde, die stolz auf dieses, ihr bisheriges Wissen waren.
So unvorstellbar es klingt: dieses Problem ist bis heute nicht gelöst:
Wenn Wissen zum "Besitzstand" wird, kann man es nicht auf einmal als "wertlos" betrachten:
In diesem Dilemma zwischen quantitativem Wissenszuwachs und der Unfähigkeit zu qualitativ neuen Erkenntnissen befinden wir uns gegenwärtig offenbar in der klassischen Situation, daß wir kurz vor einer "Revolution" des Denkens stehen (oder schon mittendrin sind): All das angehäufte Wissen wird (muß !) umschlagen in eine neue Qualität der Erkenntnis. Es muß "aus neuem Blickwinkel" betrachtet werden, aus einer anderen Denkmethode heraus.
Ich komme noch an vielen Stellen auf dieses Problem zurück ... |
Beliebter Spruch:
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr."
Gegenthese:
Wenn Hänschen nur das Lernen lernt,
lernt Hans sein Leben lang.
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| 5. Was ist Wissen, was ist Information? |
(geplant) |
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| 6. Savants |
Die "Wissenden"?
Im Jahr 2006 wurde auf mehreren TV-Sendern eine dreiteilige Sendung über Savants, Menschen mit ungewöhnlichen Fähigkeiten gezeigt:
- Einer konnte 12000 Bücher auswendig wiedergeben.
- Einer konnte mathematische Rechenoperationen in unvorstellbar kurzer Zeit im Kopf durchführen. Beispielsweise berechnete er hohe Potenen wie "64 hoch 32" so schnell wie der Taschenrechner.
- Einer konnte nach einem 45minütigem Rundflug über Rom ein exaktes Panorama zeichnen (exakt: z. B. stimmte die Anzahl der gezeichneten Fenster mit der tatsächlichen in riesigen Gebäuden überein, Winkel und Proportionen waren ebenso überprüfbar genau wiedergegeben)
- Einer hatte sich selbst "über Nacht" Klavierspielen beigebracht ....
Es sind nur etwas mehr als 100 Savants auf der ganzen Welt bekannt. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Autisten, die Mehrzahl ist männlich.
Sie können eine Menge von Details / Fakten / Zahlen / Bildern speichern, aber viele haben mit den alltäglichsten Dingen Probleme, müssen betreut werden.
Einige konnten ihr Wissen auch "verknüpfen":
Einer komponierte, ein anderer hatte einen riesengroßen Stadtplan einer Phantasiestadt entworfen. Sie wissen nicht, wie sie das machen, wie sie denken: das Speichern der Fakten, das Rechnen. Besonders "lustvoll" scheint es ihnen auch nicht zu sein, diese Fähigkeiten auszuleben. |
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| 7. Konfuzius - Nachdenken über Fremdwissen und eigenes Wissen |
Eine Episode gab mir sehr viel Nachdenkenswertes: in einem Gespräch sagte jemand zu mir, ich solle doch mal Konfuzius lesen. Ich erwiderte, das habe ich doch vor mehr als 10 Jahren getan. Aber dann - oh Schreck - ich konnte nicht einen Gedanken des Konfuzius aus dem Stehgreif nennen. Das verstand ich nicht. Damals war ich so begeistert von ihm gewesen, hatte ihn mit höchstem Genuß gelesen, und jetzt das?
Ich nahm mir das Buch noch einmal vor und bemerkte etwas erstaunliches:
Seine Gedanken waren mir "in Fleisch und Blut" übergegangen, es waren so sehr meine Gedanken geworden, daß es nicht mehr wichtig war, daß sie von ihm waren. Sein Wissen war meines geworden. Ich konnte nicht mehr zwischen seinen und meinen Gedanken, zwischen seinem und meinem Wissen trennen. Sicher, Details seines Werkes hatte ich nicht mehr "im Kopf" - aber ich hatte das, was er damit sagen wollte, vestanden und übernommen. Die Details waren nicht mehr wichtig für mich. Also konnte ich sie "vergessen". Details zu seinen (= meinen) Gedanken, um sie z. B. anschaulich zu machen, kann ich mir situationsbedingt jederzeit ausdenken. |
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| 8. Geheimes Wissen? |
Immer wieder hört man von "geheimen" Wissen, davon, daß Menschen wegen ihres Wissens verfolgt wurden. Andere haben geheime Bünde gegründet, um ihr Wissen vor der Masse zu schützen.
Platon erzählt das "Höhlengleichnis". Ich habe mehrere Interpretationen im Fersehen gehört, die ziemlich offensichtlich das, was Platon sagen wollte, geschickt verwischt haben.
Eigentlich ging es Platon darum, zum Nachdenken über die Qualität unseres Wissens anzuregen: er nannte alles bisherige Wissen "Schatten", die eigentliche Ursache dieser Schatten hätten wir noch nicht erkannt. Dann läßt er jemanden aus dieser Höhle, in der man nur die Schatten sieht, hinaustreten und die "Wirklichkeit" erkennen: das Wesen hinter den Erscheinungen der Dinge. Er ist zuerst geblendet, dann überwältigt, beglückt - und glaubt, den anderen eine Freude mit diesem seinem neuen Wissen machen zu können.
Doch als er in die Höhle zurückkommt und den anderen von seinen Erkenntnissen erzählt, erschlagen sie ihn. Sie wollten gar nicht wissen, was er entdeckt hatte. Ihr bisheriges Wissen genügte ihnen.
Bei dem "geheimen Wissen" geht es vermutlich nicht so sehr darum, daß "Unbefugte" an dieses Wissen herankommen und es mißbrauchen. Die ganze Geheimhaltung des Wissens um die Atombombe hat nicht verhindert, daß sie hunderttausenden Menschen den Tod brachte.
Es geht wohl eher darum, daß die Wissenden ihr Wissen verschweigen müssen, geheim halten müssen, um nicht von den anderen gehaßt und verfolgt zu werden.
Mit Entsetzen hörte ich von den "Gnostikern". Soviel ich weiß, taten sie niemandem ein Leid an, sie hatten nur ihren eigenen Weg zu Gott gefunden, der ohne die Kirche auskam. Sie wurden physisch ausgerottet, ihr Wissen wurde "vergessen".
Die Frauenverfolgung, die als "Hexenverfolgung" in die Geschichte einging, soll wesentlich das Ziel gehabt haben, das Wissen dieser Frauen zu vernichten. Dieses Wissen gab diesen Frauen eine Macht, die anderen gefährlich erschien.
Ich erinnere an die Vernichtung der Bibliothek in Alexandria - Wissen, das einigen Leuten ein Dorn im Auge war.
Der andere Grund für "geheimes Wissen" ist einfach und kurz formuliert: Wissen, das ich anderen vorenthalte, verschafft mir Macht über sie, eine heute typische Verbindung (siehe auch nächster Abschnitt). Hierhinein gehören alle Methoden, Wissen geheim zu halten oder nur wenigen zugänglich zu machen. Auch alles, was Wissen an käuflich macht, ist letztlich einschränkend für seine Verbreitung: nur der, der es sich leisten kann, es zu kaufen und zu "besitzen", hat das "beste Wissen. Bestes Beispiel ist ein guter, aber teurer Rechtsanwalt.
Das Gegenstück ist, Wissen möglichst allen zugänglich zu machen, damit es auch allen nützlich sein kann: Kräuterwissen z. B. oder Wissen zum kulturellen Erbe der Menschheit. Hierzu gehören alle Methoden, Wissen effektiv und an alle Interessenten weiterzugeben, z. B. auch, indem Wissen grundsätzlich nicht an finanzielle Gegenleistungen gebunden sein darf. Will man diese Aufgabe richtig lösen, hat man schon sehr viel zu tun: die notwendige Zeit für die Beschaffung einer Information wird immer größer im Vergleich zum eigentlichen Aneignen des Inhaltes einer Information. Bestes Beispiel sind die Internetrecherchen, z. B. das Googlen: im Nu hat man ein bis zwei Stunden Zeit verbraucht, nur weil man wissen möchte, was ein guter Editor für WEB-Seiten ist. Und - man kann sich nie sicher sein, daß die gefundene Information auch richtig ist ...
Geheimes Wissen - dazu gehören auch Themen wie Geheimdienste, Überwachung, Datenschutz, Kontrolle. Dazu gehört das Geheimarchiv des Vatikans ebenso wie Folterungen, um Wissen aus jemandem herauszuquetschen.
Ich habe keine Lust, über alle diese Dinge zu schreiben. |
Ein Gedanken-Experiment:
stellen Sie sich vor, ein Freund würde Ihnen verraten, daß er Gedanken lesen könne. Möchten Sie den noch als Freund haben?
Das Experiment geht weiter: angenommen, es gibt Leute, die Gedanken lesen können und das aber verschweigen, weil sie keinen Streß wollen ...
Kleines Erlebnis am Rande:
Eine Arztgattin sagte zu mir:
"Wer heilt, hat recht."
Dabei lächelte sie zynisch.
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| 9. Wissen ist Macht? |
Wissen ist Macht - Nichts wissen macht nichts! hat der Volksmund aus diesem Spruch gemacht. Das klingt hübsch, doch die philosophische Doppeldeutigkeit, die in dem »Nichts wissen macht nichts!« steckt, entgeht wohl vielen:
"Macht nichts" wird i. a. in der Bedeutung von "ist nicht so schlimm" gebraucht.
Die zweite - nicht so beachtete - Bedeutung sagt:
Wer nichts weiß, kann nichts bzw. wenig tun, hat wenig Handlungsspielraum, weil wenig Erkenntnis über seine Möglichkeiten. Wenig Handlungsspielraum ist aber gleichbedeutend mit wenig Freiheit. Unwissenheit ist Unfreiheit.
Die Aussage »Wissen ist Macht« ist eindeutig:
Wer mehr weiß, hat "Macht", Macht worüber? Über seine eigenen Handlungen - und über andere Menschen, die nicht so viel wissen. Wenn man Menschen dumm hält, hat man Macht über sie.
Diese Erkenntnis hat eine "Zukunfts-Dimension":
Zukunftsforscher haben festgestellt, daß im 21. Jahrhundert das Hauptmachtmittel das Wissen und die Information sein werden. In der Geschichte gab es zwei Hauptmachtmittel, seine Interessen gegen die Interessen anderer durchzusetzen: Waffen (physische Macht, physische Gewalt) und Geld (ökonomische bzw. finanzielle Macht).
Nun wird diese Macht in Zukunft also mit Hilfe des Wissens gesichert.
Das macht vielleicht anschaulich, warum wir in den Medien mit Hilfe von Werbung und diversen Skandalinformatiönchen so hübsch verblödet werden. Das ist nicht Zufall oder Quotenfang: das ist politisches Mittel einer Machtelite, die verhindern will, daß das "dumme Volk" anfängt, nachzudenken und die Strategie der Mächtigen zu durchschauen.
Sie haben bei Einstein gelernt, wie man das am besten machen kann: indem man Dinge tut, die dem "gesunden Menschenverstand" zuwiderlaufen, durch schizophrene politische Entscheidungen beispielsweise. Eine davon ist die, bei wachsenden Arbeitslosenzahlen die Wochen- bzw. die Lebensarbeitszeit heraufzusetzen.
Aus heutiger Sicht ist die Verknüpfung von Wissen und Macht zu einer offenbar untrennbaren Einheit so selbstverständlich, daß es wohl undenkbar für sie ist, es könnte auch anders sein :
Ein Beispiel lieferte eine dreiteilige Dokumentation in "Phoenix" ab 26. 7. 2006 mit dem Titel "Wissen ist Macht" . Darin werden drei der Elite-Universitäten der Welt vorgestellt, laut Videotext als "Zentren des Wissens, der Intelligenz und der Macht" - weitere Wörter aus dem Text: profitieren, Prestige, Erfolg, Einfluss, Karrieren, Kampf, Herausforderung.
Kann
man sich den Erwerb, die Weitergabe und die Nutzung von Wissen auch anders vorstellen? |
In einer psychologischen Studie hat man festgestellt, daß es in Partner-Beziehungen vorkommt, daß der eine Partner dem anderen bestimmte Informationen vorenthält: wie es sich zeigte, ist das Motiv der meisten Männer dabei, der Wunsch nach mehr Macht, das Motiv der meisten Frauen ist jedoch, die Beziehungsstreß zu vermeiden, den Mann zu "schonen", damit er nicht "ausrastet". |
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| 10. Wissen ist Beziehung |
Das ist der Versuch, eine alternative Sicht auf Wissen auszuarbeiten:
Vorbemerkung über die Informationsgesellschaft und ihre Probleme:
In einer echten Informationsgesellschaft ist Privatbesitz an Wissen hinderlich für die Weiterentwicklung dieser Gesellschaftsform. Ihr Wesen ist die freie Verfügbarkeit über alle möglichen Informationen. Die Machtphilosophie des Wissens hat über Lizenzen, Patente, Kaufpreise, geheimes Wissen usw. den Zugang zu Wissen und Information eingeschränkt. Will man die Informationsgesellschaft mit aller Konsequenz, muß Wissen zum Allgemeingut für alle werden und damit für alle frei (kostenlos und leicht erreichbar) verfügbar. Das ist nicht die wesentliche Bedingung, sondern nur die primitive, einfachste Voraussetzung.
Das eigentliche, das Haupt-Problem der Informationsgesellschaft ist jedoch nicht der Ausschluß einzelner oder ganzer Bevölkerungsgruppen von Informationen, nicht einmal die Menge an frei verfügbarem oder nicht frei verfügbarem Wissen, sondern die Tatsache, daß die Beschaffung der Information länger dauert als die eigentliche Information "lang" ist.
Die wichtigste Aufgabe, die heute vor der Informationsgesellschaft steht, ist es, Methoden zu finden, wie man mit möglichst geringem Aufwand an benötigte Information gelangen kann. |
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Dafür könnte es von Interesse sein, sich einmal anzusehen, wie Frauen mit Informationen umgehen - es gibt da einen grundsätzlichen Unterschied gegenüber den heutigen Praktiken des "Wissen ist Macht". Denn dieser andere, machtfreie Umgang entspricht dem eigentliche Wesen einer freien Informationsgesellschaft besser als die heute praktizierten Formen. Man kann diese andere Methode in Gegenüberstellung zum "Wissen-ist-Macht-Prinzip benennen als:
"Wissen ist Beziehung"
Hier ein paar Beispiele für diese unterschiedliche Herangehensweisen:
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Weiblicher, machtfreier Umgang mit Wissen entspricht dem Wesen der Informations-Gesellschaft besser als der heute noch übliche mit dem Wissen verknüpfte Machtanspruch. |
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1. Weiber sind Klatschweiber:
Sie erzählen "alles" weiter. Doch was bei dieser Aussage nicht beachtet wird: dabei erfolgt eine gewisse Selektion: denn es wird nicht "immer" "alles" "gleich" weitererzählt. Um die Fülle des Wissens beherrschbar zu machen und den Zeitaufwand der Wissensweitergabe nicht ins Uferlose ansteigen zu lassen, wählt jede "Klatschtante" sehr genau aus, wem sie wann was erzählt.
Es erfolgt eine durch und durch zielgerichtete und bedarfsgerechte Informationsweitergabe.
2. Frauen drängen ihr Wissen nicht auf:
Anders als im Schulunterricht, der Werbung oder den Nachrichtensendungen warten Frauen i. a. ab, bis eine Situation günstig für eine Informationsweitergabe ist bzw. bis sie nach einer konkreten Information gefragt werden. Sie kämpft nicht mit aller Macht um Rederecht.
Mit anderen Worten: "ungehört verhallende" Informationen, die beim Empfänger gar nicht erst registriert werden, sind wesentlich seltener. Das macht das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis wesentlich günstiger als es z. B. beim schulischen Unterricht zu beobachten ist.
Damit ist die weibliche Art der Wissensweitergabe auch aus marktwirtschaftlicher Sicht vorteilhafter, "ökonomischer".
3. Frauen - geübt durch die Wissensweitergabe an ihre Kinder - sind in der Lage, Wissen so aufzubereiten, daß es der Empfänger auch verstehen kann. Sie passen sich dem vorhandenen Wissen und dem Denkvermögen des Adressaten an.
4. Frauen streiten nicht so leicht bei auseinandergehenden Meinungen, sondern sehen die Meinungen der anderen als Bereicherung ihres eigenen Wissens an. Besonders beliebt sind bei Frauen z. B. sogenannte Assoziationsspiele: jede sagt zu einem Thema, was ihr einfällt. Die Summe der dabei erarbeiteten Informationen ist wesentlich größer als wenn jeder - wie bei Männern i. a. zu beobachten - sein eigenes Wissen als "wahr" und "richtig" und davon abweichendes Wissen als "falsch", "dumm" usw. bezeichnen.
Diese Form der Wissenserweiterung hatte bei Werner Gilde (Leiter des ZIS, des international angesehenen "Zentralen Instituts für Schweißtechnik der DDR) den Namen "Ideenkonferenz" bekommen, i. a. wird sie "Brainstorming" genannt. Das zeigt, daß die "typisch weibliche Art" des Umgangs mit Informationen auch schon von einzelnen Männern als vorteilhaft entdeckt wurde.
Wer Wissen als Machtfaktor ansieht, wird nie das beglückende Gefühl erleben können, wenn man mit jemandem "einer Meinung" ist. Der Besitzende neidet dem anderenn dessen Wissens-"Besitz" und fürchtet sich davor, daß der andere ein "Mehr" an Wissen haben könnte. Im "Wissen-ist-Beziehung"-Denken erlebt man das"Mehr" des anderen als Möglichkeit, durch Austausch, durch Aufnahme des "anderen" Wissens das eigene Wissen zu bereichern. Für Frauen ist das andere Wissen, die andere Sichtweise, der andere Blickwinkel eine Bereicherung und keine Gefahr des eigenen Standpunktes und Blickwinkels.
Soweit eine kleine Einleitung zu diesem Thema. |
zu 1.:
Man kann es auch das "Kräuterweib-Prinzip" nennen: aus der Fülle ihres Wissens wählt das Kräuterweib das aus, was der Patient benötigt. Der muß nicht "alles" wissen, damit ihm geholfen werden kann. Die "hohe" Kunst für die "Hexe" ist, die Beziehung zwischen den Kräutern und dem Problem des Patienten herzustellen: möglichst schnell und richtig zu erkennen, was ihm am besten helfen kann.
Eine meiner Erfahrungen in Männer-Gesprächsrunden war, daß ich mehrmals "Redeverbot" bekam. Man(n) wollte gar nicht hören, was ich als Frau zu diesem Thema zu sagen hatte. Denn es war natürlich ein anderer Blickwinkel als der ihre, mit dem ich an die Probleme ging. Aus meiner Sicht war es oft Geschwafel, bedeutungsloses, abgedroschenes, unwichtiges Zeug, das die Herren - meist monologisierend - von sich gaben und das ich mir nur aus Höflichkeit anhörte. Aber heute kenne ich meinen Fehler: ich habe Punkt 3 nicht ausreichend beachtet! Und ich hatte damals, vor 5 - 10 Jahren noch das Interesse von Männern an den Meinungen von Frauen überschätzt.
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| 11. Wissen und Weisheit |
Was unterscheidet einen wissenden Menschen von einem weisen Menschen? Rein intuitiv wissen wir, daß ein wirklich weiser Mensch auch immer ein gütiger Mensch ist. Weisheit ist eine Form des Wissens, die den Menschen "veredelt", ihn tolerant, verständnisvoll, altruistisch, nachsichtig, freundlich, hilfsbereit, gelassen und heiter macht. Wieso kann das Wissen allein dies nicht schaffen? Was muß geschehen, damit aus Wissen Weisheit wird? |
Diese Frage berührt Themen wie "Aufklärung" (warum Wissen allein nicht genügt, die Menschen vernünftiger zu machen) und die Beziehung von Wissenschaft und Moral. Darüber später mehr. |
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| 12. Fremdwissen |
Natürlich steht ganz am Anfang des Denkens, Erkennens, der Wissensaneignung - des Lernens schlechthin - die Aneignung von Fremdwissen. Je größer der "geistige Freßtrieb" eines Menschen in dieser Phase ist, desto vorteilhafter ist es für seine spätere Fähigkeit, dieses Wissen auch verstehen zu lernen. Zwar ist zu bedenken, daß man sich - ähnlich dem "falschen" Essen in den Magen - auch das Falsche ins Gehirn stopfen kann, aber darüber wird an anderer Stelle nachzudenken sein. Hier geht es erst einmal um diese Phase: den Wissensdurst der Menschen.
Die Lesekampagne, die im Jahr 2006 "von oben" inszeniert wurde, hat wohl als Ursache die Tatsache, daß man bisher glaubte, diesem geistigen Freßtrieb mit 10 Jahren Schulbildung genüge getan zu haben, und nun mit Entsetzen feststellt, zu welchem Kultur- und Bildungsverfall es mit dem immer weniger praktizierten Lesen gekommen ist. Lesen ist eine der Basis-Kultur-Techniken unserer Gesellschaft und der Hauptweg, sich selbständig fremdes Wissen anzeignen.
Doch auch diese Kampagne hat "das Pferd von hinten aufgezäumt"- es ging um ein abstraktes "mehr oder weniger" Lesen, nicht um die Vorrangaufgabe, solche Bücher vorzustellen, die zeitlos wichtig sind - Harry Potter oder Hermann Hesse und Goethe.
Hermann Hesse erwähne ich deshalb, weil er in seiner Erzählung "Sidharta" Fragen des Wissens, Fremdwissens, Lernens und Erkennens ganz wunderbar geschildert hat. Selbstbestimmtes Leben schließt - das ist in meinen Augen die Quintessenz von Hesse - das selbstbestimmte Lernen ein. Erst dadurch kommt man über den Stand des Wissens hinaus in das, was "Weisheit" genannt wird. Diese ist nicht lernbar. |
Das Kampagnehafte wird deutlich, weil jetzt, im Jahr 2008 schon wieder kaum noch etwas davon zu spüren ist.
Sidhartha, dieses Lehrstück über Lernen und Erkennen von H. Hesse, stelle ich auf meiner WEB-Seite www.die-besten-gedanken.de vor. Der folgende Link öffnet diese Seite in einem neuen Fenster:
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| 13. eigenes Wissen |
Im allgemeinen wird davon ausgegangen, daß ein Mensch alles Wissen, das er hat, durch Lernen von außen aufgenommen wurde. Der "Nürnberger Trichter" ist so ein Bild: Das Wissen wird in den Kopf des Beschulten (ein passiver Mensch) hineingestopft. Lernen als aktives, selbstbestimmtes, selbst-"bewegtes" Leben wird demgegenüber in seiner Wichtigkeit nicht öffentlich wahrgenommen.
Die Parallelen sind in der Physik zu finden: ein Körper bewegt sich nur dadurch, daß er Energie von außen übertragen bekommt. Die "Selbst-Bewegtheit" der Materie spielt in der Physik genauso wenig eine Rolle wie das selbstbestimmte An-Eignen von Wissen, der echte Erwerb von "eigenem Wissen".
Neben dem Lernen - dem fremdbestimmten und auch eigenbestimmten - spielt für den Erwerb dessen, was ich "eigenes Wissen" nenne, die Denkfähigkeit eine riesengroße Rolle. Indem ich vorhandene Informationen eigenständig verknüpfe, zielgerichtet Fragen stelle und selbständig nach Antworten suche, gebe ich die Zielrichtung meines Lernens und Wissenserwerbs selbst vor.
Zu diesem unbeachteten Prozeß des selbständigen Denkens und Erkennens gehört etwas, das heute sehr unbeliebt ist: die Fähigkeit, sich kritisch mit dem vorhandenen Wissensangebot auseinandersetzen zu können. Das wird jedoch an der Schule nicht ausreichend gelehrt, in der Arbeit von den meisten nicht gefordert - und wenn man Pech hat, wird man sogar dafür bestraft, zu "kritisch" zu hinterfragen, was man da an Fremdwissen angeboten bekommt. |
Mir ist es einmal passiert, daß in einem Gespräch ein Wessi zu mir sagte: "Du hast aber eine gute Ausbildung gehabt." Das empfand ich durchaus als Beleidigung, denn damit wurde mein eigener Aufwand, mir dieses Wissen und Denkvermögen außerhalb der offiziellen Ausbildung anzueignen, herabgewürdigt. |
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| 14. eidetisches Wissen |
Oder :
"Das habe ich doch schon immer gewußt."
Das "eidetische Wissen" ist ein Bereich des Wissens, der noch weniger Beachtung findet als das Erarbeiten von eigenem Wissen. Das meint diese - vor allem bei kleinen Kindern zu beoachtende - Tatsache, daß es sogenanntes "ungelerntes Wissen" gibt.
Ich selbst konnte oft beobachten, daß mir die Erkenntnisse eines Buches nicht deshalb eingingen, weil da jemand etwas für mich neues geschrieben hatte, sondern daß er Gedanken und Erkenntnisse formulierte, die bei mir eine Art "Wiedererkennungsefffekt" auslösten: ich las etwas, das ich eigentlich "wußte", aber (noch) nicht so klar in Worten ausdrücken konnte wie der Schreiber des Buches. Das Buch, bei dem es mir ganz besondes bewußt wurde, war übrigens "Der Mensch im Kosmos" von Pierre Teilhard de Chardin. |
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| 15. "Neues Elementarteilchen entdeckt" |
Ist die Welt, was wir über sie wissen?
Manchmal, wenn ich z. B. lese, daß "neue Elementarteilchen entdeckt" werden, denke ich an dieses Frage-Antwort-Spiel. Es ist das gleiche Denk-Prinzip: falls es diese Teilchen gibt, gab es sie schon vor ihrer Entdeckung. Wissenschaftlich exakter wäre es, zu sagen: es wurden "weitere Elementarteilchen entdeckt". Man kann auch sagen: Dieses Elementarteilchen wurde "neu" ("gerade erst", "vor einigen Tagen") entdeckt.
Das Wort "entdeckt" bedeutet ja lediglich, daß etwas "neu" zu unserem Wissen kommt, das wir vorher nicht gewußt haben, das es jedoch bereits vor der Entdeckung gegeben hat. Auch Amerika gab es lange vor seiner Entdeckung durch die Europäer. Ein "neues Elementarteilchen" wäre eines, das es vor der Entdeckung nicht gegeben hat. Hinter diesem Beispiel versteckt sich ein weit verbreiteter erkenntnistheoretischer Grundfehler - die Gleichsetzung der objektiven Realität, der Wirklichkeit mit dem, was wir über sie wissen.
"Neu" kann immer nur unser Wissen über etwas sein: Neue Beobachtungen, neue Theorien, neue Hypothesen, neue Versuchsergebnisse. Das Wort "entdeckt" bedeutet das gleiche wie "neu erkannt". Etwas kann "neu entdeckte" sein, im Unterschied von "schon vor Jahren entdeckt". |
Frage:
Was war der höchste Berg der Erde, ehe der Mont Everest entdeckt wurde?
Antwort:
Auch der Mont Everest, aber da wußte es noch keiner.
Das Beispiel mit den Elementarteilchen kann man beliebig ausbauen: "Neue" Säugetierart entdeckt, "neue" Salzlagerstätten entdeckt, ... |
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